Über MY FACE FOR OUR ONE WORLD!
My face for our one world ist die Chance, viele, sehr viele Menschen an einem Platz zu versammeln. Nicht wirklich, "nur" virtuell, aber an einem einzigen gemeinsamen Ort. Hier können sie mit ihrem Gesicht für unsere eine Welt einstehen. Hier können sie von ihren Hoffnungen und Ängsten berichten. Auf diese Weise macht my face for our one world die Vielfalt, die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede von uns Menschen sichtbar. Auf my face for our one world wird sichtbar, dass wir alle einer Menschheit angehören, dass wir alle auf einer gemeinsamen Welt leben. Es wird erlebbar, dass wir einander verstehen können.
Jeder kann mitmachen, sein Porträtfoto hier hochladen und von seinen Gefühlen erzählen. Wer es nicht selbst kann, der kann andere Personen bitten, es für ihn zu tun.
Die Idee zu my face for our one world hat eine Vorgeschichte: Irgendwann hörte ich die Geschichte von dem palästinensischen Selbstmordattentäter, der seine Bombe nicht gleich zünden kann und einige Zeit in Israel verbringen muss. Dabei lernt er jüdische Menschen näher kennen, der verhasste Feind bekommt ein Gesicht. Am Ende kann er die Bombe nicht mehr zünden. Später wurde mir bewusst, dass ich vermutlich eine Rezension des Films "Alles für meinen Vater" von Dror Zahavis gelesen hatte.
Diese Geschichte hat mich tief bewegt. Wie wäre es, wenn alle Menschen an einem Ort zusammenkämen und sich gegenseitig von ihren Hoffnungen und ihren Ängsten erzählten? Würde es die Welt besser machen? Vermutlich nicht, blieben doch Machtstrukturen und Interessen davon unberührt. Aber es wäre vielleicht schwerer, den Menschen zum Feind des Menschen zu machen.
Außerdem, wäre es nicht einfach wunderbar, die Porträts sehr, sehr vieler Menschen an einem Platz zu haben. Unser Gesicht ist nicht nur unser individuellster Teil, es ist auch unglaublich spannend, in Gesichtern zu lesen. Wenn sich in unseren Gesichtern unsere Seele spiegelt, dann erzählt eine Porträtsammlung davon, was uns Menschen zum Menschen macht, woran wir leiden und woran wir uns erfreuen.
Mit Damian Czichon und Vitalij Koslowski fand ich zwei Programmierer, die die Idee für ausreichend spannend hielten, um sie als Abschlussarbeit ihres Studiums umzusetzen. Gemeinsam haben wir das Projekt entwickelt.
Nach und nach kamen weitere Überlegungen hinzu. Gehört nicht der Spieltrieb untrennbar zu uns? Also sollte es ein kleines Ratespiel geben, um sich mit den verschiedenen Porträts zu beschäftigen. Nicht zuletzt entstand die Frage, wie finanziert man ein solches Projekt.
Für die Nutzer soll und muss es kostenlos bleiben. Aber wer will und kann, bei dem freuen wir uns über eine Spende. Sollten auch Firmen spenden können? Ja, aber ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Außerdem könnten sich doch passende Nichtregierungsorganisationen hier einbringen.
Aus allen diesen Überlegungen entwickelte sich die erste Idee zu my face for our one world. Wenn diese Idee funktioniert, wenn tatsächlich sehr viele Menschen hier ihr Porträt einstellen und über ihre Ängste und Hoffnungen schreiben, dann wird sinnlich erlebbar, dass wir alle Teil einer einzigen Welt sind. Es wird erlebbar, was längst nicht Allgemeingut ist, nämlich, dass uns mehr verbindet als uns trennt, unabhängig davon, welchen Geschlechts, welcher Hautfarbe, welcher Region wir sind, und unabhängig davon, was uns sonst noch unterscheidet.